Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einige meiner Ideen für die Stadt Schleiden vorstellen. Diese habe ich in 10 Themenschwerpunkte gegliedert.

Lassen Sie mich Ihnen nur vorab erklären, wie mein Rollenverständnis eines Bürgermeisters ist:

Der Bürgermeister ist 

  • Repräsentant der Stadt nach außen

  • Chef der Verwaltung

  • Dienstleister für alle Bürgerinnen und Bürger

  • Visionär für die Zukunft der Region.
     

Der Bürgermeister ist dabei jedoch kein Alleinherrscher in einem weißen Turm, sondern ist für eine erfolgreiche Arbeit auf eine gute Zusammenarbeit mit den Ratsfraktionen angewiesen. Ein Bürgermeister kann keine Beschlüsse per Dekret erlassen. Er ist in den meisten Fällen auf eine Mehrheit im Rat angewiesen.

Die Zeiten absoluter Mehrheiten einzelner Parteien sind vorbei, daher muss man sich, wenn man eine gute Idee „durchbringen“ möchte, mit guten Argumenten eine Mehrheit suchen. Da ich ein Gegner davon bin, eine gute Idee nur deswegen abzulehnen, weil sie von der „falschen“ Partei kommt, bevorzuge ich diese Art von Arbeit. Aus diesem Grund bin sehr froh, dass ich mit allen im Stadtrat vertretenen Parteien und Wählergruppierungen sehr gute Gespräche führen konnte.

 

Ich bin überzeugt, dass alle Parteien mit mir als Bürgermeister konstruktiv zum Wohle der Stadt Schleiden zusammen arbeiten werden. Bei einer solchen Zusammenarbeit darf auch gerne sachlich und mit offenem Visier diskutiert werden, denn wie sagte Konrad Adenauer: „Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, taugen beide nichts!“.

  1. Bürgernähe, Transparenz und Digitalisierung

  2. Tourismus und Stadtmarketing

  3. Ehrenamt

  4. Bildungsstandort

  5. Stadtentwicklung und Infrastruktur

  6. Straßennetz und ÖPNV

  7. Steuern und Gebühren

  8. Demografie

  9. Wirtschaftsförderung

  10. Nachhaltigkeit

 

 

Bürgernähe, Transparenz und Digitalisierung

Bürgernähe und Transparenz sind mehr als nur Phrasen für mich. Als Bürgermeister will ich den Dialog nicht erst kurz vor der Wahl suchen, sondern laufend. Meine „Kandidat im Gespräch“ Termine sollen zu „Bürgermeister im Gespräch“ Termine werden, die abwechselnd im Rathaus und in den jeweiligen Ortschaften angeboten werden. Sie sollen die Verwaltung stets als Dienstleister wahrnehmen und sich mit Ihren Anliegen ernstgenommen fühlen.

 

Die Ratsarbeit wird transparent und nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. Ich möchte möglichst wenige Punkte im „nicht öffentlichen Teil“ der Ausschuss- und Ratssitzungen behandeln lassen, damit Sie immer die Möglichkeit haben, sich über die für Sie interessanten Themen zu informieren.  Durch das Ratsinformationssystem der Stadt Schleiden und durch persönliche Besuche in den Sitzungen ist dies für Sie unkompliziert möglich.

Zudem soll es für Sie künftig noch mehr Möglichkeiten geben, Behördengänge „online“ zu erledigen. Der Schlagbegriff „E-Government“ ist schon lange in aller Munde und ich will ihn aktiv vorantreiben. Selbiges gilt für den Einsatz moderner Kommunikationsmedien, wie Social Media, um als Verwaltung auch jüngere Zielgruppen erfolgreich erreichen zu können.

 

 

Tourismus und Stadtmarketing

Schleiden ist – nicht zuletzt durch den Nationalpark Eifel und Vogelsang – einer der bedeutendsten touristischen Akteure der Region. Die daraus entstehenden Möglichkeiten gilt es noch stärker zu nutzen. Dafür ist es unter anderem nötig, eine eigene Marke zu werden. Mit 
 

  • Schleiden – Hauptstadt des Nationalpark Eifel

  • Schleiden – Stadt am/im Fluss


sind bereits gute Initiativen gestartet worden, müssen aber weiter verstärkt werden. Das Ziel muss sein, dass Schleiden kurz über lang im Dreiklang mit dem Nationalpark und Vogelsang genannt wird oder fest als „Hauptstadt des Nationalpark Eifel“ in den Köpfen der Menschen verankert wird.

Weiter verstärken sollte man den naturnahen Tourismus, zum Beispiel Fahrradfahren, Wandern und Campen. Dabei gilt es die Tagestouristen zu Übernachtungsgästen zu machen. Ein richtiger und wichtiger Schritt ist daher auch die Neugestaltung der Jugendherberge in Gemünd, die hervorragend in diesen Kontext passt. Weiter forciert werden muss aber auch die Ansiedlung eines weiteren Hotels im Stadtgebiet. 

Entscheidend wird außerdem eine gute Vernetzung der verschiedenen touristischen Akteure sein. Nur so lassen sich Synergieeffekte sinnvoll nutzen und unnötige Konkurrenzsituationen vermeiden. Der Ausbau vorhandener sowie die Schaffung neuer touristischer Angebote erhöht neben der Attraktivität des Schleidener Tals als Urlaubsdestination auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger.

Generell gilt „tue Gutes und rede darüber“. Das Schleidener Stadtgebiet hat viele Vorzüge, beispielsweise 
 

  • eine malerische Landschaft

  • spannende Sehenswürdigkeiten

  • ein interessantes und abwechslungsreiches kulturelles Angebot

  • intakte Vereinsstrukturen

  • günstiges Bauland und Immobilien

diese müssen aber auch nach außen kommuniziert werden. Gerne lasse ich hier mein Wissen durch meine beruflichen Erfahrungen und meine ehrenamtliche Tätigkeit als Vorsitzender eines Stadtmarketingvereins einfließen.

 

 

Ehrenamt

Ich bin selber ein „Vereinsjeck“ und weiß daher nur zu gut, mit welchen Herausforderungen unsere ehrenamtlich Aktiven manchmal zu kämpfen haben. 

Unsere Gesellschaft funktioniert nur dadurch, dass sich zahlreiche Bürger ehrenamtlich engagieren. Alle ehrenamtlich Tätigen, egal ob aus den Bereichen Sport, Kultur, Öffentliche Sicherheit, Traditionspflege oder Soziales, verdienen es daher ernst genommen zu werden und möglichst optimale Rahmenbedingungen vorzufinden. Natürlich kann nicht jede Idee bezuschusst und bei jedem Problem seitens der Verwaltung geholfen werden. Wo es aber möglich ist, sollte diese unkompliziert helfen und stets ein „offenes Ohr“ haben.

Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass Vereine sich z.B. Hilfe bei der Stadtverwaltung holen können, wenn diese Probleme bei der Beantragung von Fördermitteln des Heimatministeriums oder der EU haben. Dazu möchte ich einen Ehrenamtsbeauftragten als festen Ansprechpartner in der Verwaltung installieren.

Auf Initiative der CDU-Fraktion wird in Schleiden zum 1. Januar 2019 die Ehrenamtskarte eingeführt. Hiermit sollen die zahlreichen Ehrenamtler unterstützt werden. Diese Unterstützung will ich weiter ausbauen.  Als zusätzliche Anerkennung der Leistung der Ehrenamtler würde ich als Bürgermeister gerne den Ehrenamtspreis wiederbeleben und diesen jährlich im Rahmen eines „Tag der Vereine“ verleihen. Bei dieser durch die Verwaltung zu schaffenden Veranstaltung könnten sich zudem alle Vereine des Stadtgebiets präsentieren und untereinander austauschen, alles unter dem Motto „Wir sind Schleiden!“

 

 

Bildungsstandort

Der ländliche Raum darf kein bildungsferner Raum aufgrund fehlender Angebote sein / werden!

Daher ist die Ansiedlung des Standorts der Rheinischen Fachhochschule Köln eine äußerst sinnvolle Maßnahme. Diesen gilt es zu halten und bei genügend Nachfrage weiter auszubauen – wie jetzt mit der Erweiterung um das Fach Produktionstechnik. 

Sichern müssen wir außerdem den Schulstandort Schleiden. Dafür müssen alle Möglichkeiten ergriffen werden, um die Modernisierung der Gebäude und der Ausstattung unserer sechs städtischen Schulen zu forcieren, beispielsweise das gezielte „Anzapfen“ von Fördertöpfen. Erste Maßnahmen wurden bereits eingeleitet, der Prozess muss aber weiter gehen.  Daher ist es sehr hilfreich, dass es zusätzlich die Bürgerstiftung gibt, die weitere Gelder zur Verfügung stellen kann.

An den heutigen Bedarf anpassen müssen wir das Angebot im Bereich der vorschulischen Betreuung. Die Nachfrage nach U3-Plätzen und nach Plätzen mit 35, 40 oder 45 Stunden ist bereits gestiegen und wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen.  

Entscheidend zur Haltung des breiten Bildungsangebots wird aber auch sein, dass wir auch in Zukunft genügend Nachfrage, beispielsweise in Form von Eingangsklassen, gewährleisten können. 

Wichtig ist außerdem eine bessere Vernetzung der Schule und Betriebe, beispielsweise in Form einer durch die Verwaltung initiierten Absolventenmesse. Bei dieser könnten örtliche Betriebe in direkten Kontakt mit den Absolventen aller Schulen gebracht werden. Ein Mehrwert für beide Seiten.

 

 

Stadtentwicklung und Infrastruktur

Egal ob Berescheid, Broich, Bronsfeld, Dreiborn, Ettelscheid, Gemünd, Harperscheid, Herhahn, Kerperscheid, Morsbach, Nierfeld, Oberhausen, Olef, Scheuren, Schleiden, Schöneseiffen, Wintzen oder Wolfgarten – alle sind Schleiden und nur gemeinsam stark! 

Das Stadtgebiet von Schleiden hat ein unglaubliches Potential. Lassen Sie uns dieses gemeinsam nutzen, Kirchtumdenken begraben und das Stadtgebiet als Ganzes voranbringen. Auch dafür ist es wichtig, das Wir-Gefühl unter den Bewohnern zu verstärken, sowohl in als auch zwischen den einzelnen Ortschaften. Der bereits begonnene Prozess der Ertüchtigung der Ortskerne zu Zentren der Begegnung ist daher ein Schritt in die richtige Richtung. Eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft erhöht, insbesondere in den kleinen Ortschaften, die Lebensqualität der Bürger um ein Vielfaches.

Deswegen ist es wichtig, die vorhandene Infrastruktur auf einem qualitativ guten Niveau zu erhalten. Aber nicht jeder Ortsteil benötigt jede infrastrukturelle Einrichtung, solange diese Einrichtung an anderen Orten einfach erreichbar und nutzbar ist. Es gilt Qualität vor Quantität. Bei nötigen Zentralisierungen, Verringerungen oder Neubauten von Infrastruktur muss daher stets das gesamte Stadtgebiet betrachtet werden. Einrichtungen wie Kindergärten oder Kinderspielplätze sollten aber in jedem Fall in Wohnortnähe erhalten bleiben.

Bei diesen Prozessen ist es wichtig, die Bevölkerung mit einzubeziehen. Zudem sollen stets die charakteristischen Merkmale der einzelnen Ortschaften mit in die Betrachtung einfließen, beispielsweise Olef mit seinem historischen Ortskern, Schleiden als Zentrum für Schulen und Verwaltung, Gemünd als wichtiger Ausgangspunkt für Tourismus und Kultur sowie die für alle Höhenorte typische Landwirtschaft und Naherholung. 

Der Breitbandausbau im Stadtgebiet ist für eine ländliche Region bereits gut, muss aber flächendeckend abgeschlossen werden. Heute braucht fast jedes Unternehmen eine schnelle Internetverbindung und nahezu jeder Bürger wünscht sich berechtigter Weise ebenfalls eine Breitbandleitung. Hier gilt es „am Ball“ zu bleiben und auch kommende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. 

Gemeinsam kann es uns gelingen, Schleiden zu einer modernen und gut aufgestellten Stadt im ländlichen Raum zu machen, die generationsübergreifend sowohl Ihren Bürgerinnen und Bürgern als auch den Besuchern eine Menge bietet!

 

 

Straßennetz und ÖPNV

Durch die Baustellen in Mechernich-Roggendorf oder zwischen Kall und Gemünd haben wir alle deutlich gesehen, wie angewiesen das Schleidener Stadtgebiet auf bestimmte Zubringerstraßen ist. Hier hat der Bürgermeister von Schleiden zwar nicht die „größten Aktien im Spiel“, kann aber mit einer guten Kommunikation zu den Nachbarkommunen und „Straßen.NRW“ versuchen optimierend einzugreifen. Da hilft es sicherlich, dass ich die entscheidenden Akteure bereits persönlich kenne und diese Kontakte gerne für Schleiden in die Waagschale werfe. Bei einem gemeinsamen Termin mit Verkehrsminister Hendrik Wüst konnte ich die Wichtigkeit der B266 und eines, soweit möglich, vierspurigen Ausbaus dieser, inklusive einer Ortsumgehung von Mechernich-Roggendorf, bereits unterstreichen. Das Schleidener Tal muss verkehrstechnisch besser an die Ballungszentren Köln, Bonn und Aachen angeschlossen werden und hierfür will ich als Bürgermeister immer wieder meine Stimme erheben!

Gut denkbar ist auch eine bessere Taktung der Buslinie 829 (Hellenthal - Schleiden - Kall). Es muss möglich sein – auch aus Liebe zu unserer schönen Natur – mit öffentlichem Nahverkehr unsere Arbeitsstellen, Studien- und Schulorte erreichen können. Zusätzlich können auch die Ausweitung oder zumindest stärkere Bewerbung des bestehenden Taxi-Bus-Systems eine Option sein. Dieses Angebot funktioniert bereits jetzt sehr gut – wird aber noch recht wenig genutzt.

Oft diskutiert ist die Reaktivierung der Oleftalbahn („Flitsch“). Diese ist in jedem Fall schützens- und erhaltenswert. Ob eine wirkliche Reaktivierung erfolgen kann oder es bei den Sonntagstouren bleibt, wird aber an anderer Stelle entschieden werden. Hierbei spielen verschiedene Aspekte wie Mindestabstände und Fahrsicherheit eine Rolle. Vorstellbar wäre für mich beispielsweise auch, die Strecke für ein Pilotprojekt im Bereich der Elektrifizierung einzusetzen, wenn dies die Taktung / Anbindung verbessert.

Für den Straßenbau muss ein Instandhaltungskonzept genutzt werden, um den Sanierungsaufwand möglichst gering zu halten. Wenn möglich sollten kleine Schäden ausgebessert werden, bevor sie kostenintensiv werden. Der Grundstein dafür wurde durch die „Masterliste Straßensanierung Stadt Schleiden“ gelegt. Jetzt müssen wir schauen, dass die Maßnahmen – möglichst sozialverträglich – angegangen werden. Dazu gehört eine offene und frühzeitige Kommunikation seitens der Verwaltung, die mir als Bürgermeister sehr am Herzen läge.

 

 

Steuern und Gebühren

Jeder Kandidat, der verspricht, dass er die Grundsteuer B und die Anliegerbeiträge beim Straßenausbau senkt oder gar abschafft, ist leider nicht ehrlich oder hat die Thematik nicht verstanden. Ein Bürgermeister hat alleine nicht die Befugnis dies zu tun. 

Grundsteuer B

Die Festlegung, wie hoch die Grundsteuer B ist, wird durch den Stadtrat getroffen. In diesem Gremium hat der Bürgermeister, genau wie jedes andere Stadtratsmitglied auch, 1 Stimme. Um die Höhe der Grundsteuer ändern zu können, benötigt der Bürgermeister also die Stimmenmehrheit im Rat auf „seiner Seite“. 

Ja, Schleiden hat seit der Erhöhung im Jahr 2015 mit einem Hebesatz von 695 % eine hohe Grundsteuer B. Diese war damals nötig, um aus dem Haushaltssicherungskonzept herauszukommen. Ein Haushaltssicherungskonzept bedeutet Stillstand für das gesamte Stadtgebiet. Es hätte sogar passieren können, dass Schleiden handlungsunfähig geworden wäre und die Landesregierung einen „Sparkommissar“ eingesetzt hätte. 

Dies ist in Nideggen der Fall und hat zur Folge, dass die Gebühren noch deutlich höher angehoben wurden. Einem Sparkommissar geht es schlicht darum, den Haushalt wieder auszugleichen, was in der Regel massiv zu Lasten der Bürger geht. 

Daher war die Entscheidung der Steuererhöhung zwar schmerzhaft aber richtig. Das Heft des Handelns liegt weiter beim Stadtrat und dem Bürgermeister der Stadt Schleiden und nicht in den Händen eines Entsandten der Landesregierung. Dadurch können Maßnahmen aktiv angegangen werden, die sonst unmöglich gewesen wären. So wird derzeit in Schleiden die Innenstadt saniert, in Gemünd wurde die Zufahrtsstraße zum Salzberg erneuert, nächstes Jahr wird der Bereich um den Nepomuk saniert, in die Straßenbeleuchtung wurde investiert, die Schulen wurden modernisiert, der Kurpark in Gemünd wird erneuert und die bestehende Infrastruktur konnte größtenteils erhalten werden. All dies wäre in einem „Nothaushalt“ nicht möglich gewesen.

Für den Fall, dass ich Ihr Bürgermeister werde, kann ich Ihnen leider keine Steuersenkungen versprechen. Damit würde ich Ihnen „Sand in die Augen“ streuen. Ich verspreche allerdings, dass wir mittels einer vorausschauenden Finanzpolitik einen stabilen Haushalt aufstellen werden. Dafür wird künftig auch nach alternativen Finanzierungsmethoden gesucht und das Geld nutzbringend für alle in die Infrastruktur investiert werden. Hierfür setze ich auch auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Fraktionen und eine offene Gesprächskultur. Einige Nachbarkommunen überlegen übrigens mittlerweile auch ihre Grundsteuer B auf einen ähnlichen Satz anzuheben.

Im Bereich der Gebühren möchte ich den positiven Trend der letzten Jahre gerne beibehalten! Nahezu alle Gebühren sind gesunken oder zumindest gleichgeblieben. Ein besonderes Reizthema sind aber berechtigterweise die Straßenausbaubeiträge (Anliegerbeiträge).

Anliegerbeiträge

Leider kann ein Bürgermeister die Anliegergebühren nicht abschaffen. Es handelt sich hierbei um ein Landesgesetz (§8 Kommunalabgabengesetz NRW), das nur durch den Landtag geändert werden kann. Hierzu findet derzeit landesweit eine intensive Diskussion statt und es werden verschiedene Varianten auf Rechtssicherheit geprüft.

Damit kann auch der Stadtrat die Beiträge nicht abschaffen, sondern nur entscheiden, wie viel Prozent der jeweiligen Kosten die Bürger übernehmen müssen. Der Schleidener Stadtrat musste sich auf einen Wert zwischen 50 und 80% festlegen und hat in 2013 mit 65% die Mitte gewählt. Diese Festlegung wurde Mitte 2018 nochmals in einer Ratssitzung bestätigt.  

Wenn Sie mich fragen, ob ich diese landesweite Regelung für sinnvoll oder fair halte, dann kann ich klar mit Nein antworten. Ich denke aber, dass das Problem nicht die 50, 65 oder gar 80% sind, sondern die Regelung an sich. Wenn wir als Rechenbeispiel 10.000 € Sanierungskosten nehmen, sind sowohl 5.000 (50%), als auch 6.500 € (65%) oder gar 8.000 (80%) viel Geld. Ich werde mich also gerne dafür stark machen, dass wir eine landesweite Änderung bekommen, die dann ja auch für Schleiden gilt. Daher unterstütze ich auch aktiv die Volksinitiative des Bund der Steuerzahler NRW zu einer NRW-weiten Neuregelung der Anliegerbeiträge.

 

Bis es soweit ist, möchte ich als ihr Bürgermeister versuchen, den Vorgang so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Dazu werde ich für eine möglichst frühzeitige Information der betreffenden Anlieger sorgen, damit ggf. durch Eigenleistungen die Belastungen der Bürger gesenkt werden können. In Härtefällen müssen Anlieger auch eine Stundung oder Ratenzahlung mit der Kommune vereinbaren können, bei der dann nicht die damit verbundenen Zinsen zum nächsten Problem führen dürfen.

 

 

Demografie

Der demografische Wandel ist zwar noch nicht so stark zu spüren, wie vorher gesagt wurde, wird aber in naher Zukunft gerade für den ländlichen Raum eine sehr große Herausforderung werden. Ich nehme die Herausforderung gerne an und werde mich dafür einsetzen, dass nach meiner Amtszeit mehr Bürger in Schleiden wohnen als vorher.

Auf der einen Seite müssen junge Familien als Neubürger gewonnen werden.  

Dafür ist es nötig, dass Baugrundstücke nicht nur ausgewiesen sind, sondern auch wirklich zum Verkauf stehen. Es bringt niemanden etwas, wenn genügend Baugrundstücke ausgewiesen sind, diese aber eher als Wertanlage genutzt werden. Meiner Meinung nach müssen daher neue Bauflächen ausgewiesen werden. Idealerweise sollten diese auf städtischem Grund liegen, beispielsweise in Olef, damit die Steuerung in der Hand der Verwaltung bleibt. Diese Baugrundstücke können dann, in Kombination mit einer Bauverpflichtung, zu günstigen Konditionen gezielt an junge Familien  verkauft werden.

Eine weitere sinnvolle Maßnahme ist die Unterstützung von Käufern bei der Sanierung von alten Immobilien, wenn diese die Immobilie anschließend für mindestens 10 Jahre bewohnen. Im Nebeneffekt kann so auch direkt die Attraktivität der Ortskerne verbessert werden.

Bei aller Freude an jungen Familien müssen wir aber auf der anderen Seite auch an unsere älteren Mitbürger denken. 

Wir werden vermehrt den Fall haben, dass ältere Bürger ihren Lebensabend berechtigter Weise in ihren eigenen 4 Wänden verbringen wollen. Spätestens wenn diese nicht mehr mobil sind und die Ortschaft nicht ideal an den ÖPNV angeschlossen ist, kann ein Problem entstehen. Natürlich ist Stadt kein Pflegedienstleister und auch kein Sozialverband aber auch hier müssen bereits jetzt zielführende Lösungen angedacht werden.

Als den Stadtrat und die Verwaltung beratendes Gremium möchte ich außerdem einen "Behindertenbeirat" schaffen. Es ist wichtig, dass nicht immer nur über die Betroffenen gesprochen wird sondern auch mit ihnen. Betroffene wissen viel besser, welcher Bedarf wirklich existiert und welche Probleme mit welcher Priorität gelöst werden sollten. Ein Beispiel hierfür ist der Mangel an barrierefreien Toiletten im Stadtgebiet. 

Vergessen werden darf auch nicht der („Soziale-)Wohnungsbau. Auch wenn der typische „Eifeler“ eher in einem Haus wohnt, ist der Bedarf an "bezahlbaren" Wohnungen da und muss gedeckt werden, egal ob für die junge Familie, das ältere Ehepaar, eine alleinstehende Person oder einen Sozialhilfeempfänger.

Lassen Sie uns gemeinsam die Stadt Schleiden mit all ihren Ortschaften in eine Mehrgenerationenstadt verwandeln, in der die Balance zwischen Tradition und Innovation gewährleistet ist und sich jede Generation wohl fühlt. 

 

 

Wirtschaftsförderung 

Aktive Wirtschaftsförderung, sprich vorhandene Unternehmen halten und neue Unternehmen werben, ist gerade in kleinen Kommunen eine der Kernaufgaben des Bürgermeisters. Gerne bringe ich hierbei sowohl meine beruflichen als auch meine ehrenamtlichen Erfahrungen gewinnbringen für die Stadt Schleiden ein. 

Vermutlich wird Schleiden nie ein großer Industrie- / Gewerbestandort werden. Trotzdem oder gerade deswegen sollten alle noch sinnvoll realisierbaren Flächen ausgewiesen und genutzt werden, z.b. in Herhahn oder als gemeinsames Gewerbegebiet mit Kall. Neben den relativ günstigen Grundstückspreisen könnten Steuerermäßigungen ein zusätzlicher Anreiz sein, sich als Unternehmer im Stadtgebiet niederzulassen. Denkbar sind aber auch etwas kreativere Ansätze, wie beispielsweise der Erlass eines Teils des Kaufpreises für das Gewerbegrundstück, wenn innerhalb von 3 Jahren mindestens 5 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zudem kann und muss auch hier mit den guten Breitbandverbindungen geworben werden.

Bei allen Ansiedlungsbemühungen dürfen die vorhandenen Gewerbetreibenden, egal ob Einzelhandel, Dienstleistung oder Industrie nicht vergessen werden. Für diese muss die Verwaltung ein partnerschaftlicher Ansprechpartner sein und deren Sorgen und Wünsche ernst nehmen. Es gilt die vorhandenen Unternehmen und deren Arbeitsplätze im Stadtgebiet zu halten!

Ein wichtiger Punkt der Wirtschaftsförderung ist außerdem die Bekämpfung von Leerstand. Hierbei gilt es aufgrund der geänderten gesellschaftlichen Struktur auch neue Wege zu gehen. Gerne möchte ich mit den örtlichen Gewerbetreibenden ein Liefermodell entwickeln, um den Online-Einkäufern eine lokale Alternative zu Amazon und Co zu bieten. Vielleicht kann es so gelingen, den ein oder anderen wieder zu einer Eröffnung eines Ladens zu bewegen.

Ganz vorne auf meiner Liste steht zudem die Einrichtung einer Art “Gründerzentrum Schleiden“ in einem Leerstand. Zum einen gibt es in der Eifel viele Freiberufler, von denen sich einige sicherlich über eine Co-Working-Area, sprich ein geteiltes Büro, freuen würden. Zum anderen bin ich der Meinung, dass sich sicherlich einige Start-Up`s für eine Ansiedlung in Schleiden interessieren würden, wenn die Bedingungen stimmen. Gerade bei den vielen „neuen“ Berufen, die sich zu großen Teilen im Internet abspielen, ist es egal, ob derjenige im Büro, zu Hause oder am Strand arbeitet. Die stets nötige Breitbandverbindung ist im Stadtgebiet vorhanden und ein traumhaftes Arbeitsumfeld gibt es direkt dazu. Als zusätzlicher Anreiz kann beispielsweise angeboten werden, dass die ersten drei Jahre mietfrei sind und im Falle von einer Schaffung von Arbeitsplätzen, weitere 2 Jahre dazu kommen. Wenn das bedeutet, dass man in den ersten Jahren auf etwas Miete verzichten muss, dafür aber junge Unternehmen nach Schleiden bekommt, dann sollte man diesen Weg auch gehen!

Versucht werden muss zudem, Kooperationen mit Institutionen und Universitäten, beispielsweise der RWTH Aachen, der IHK oder dem Fraunhofer-Institut,, einzugehen. Warum sollte nicht mal ein Innovationsprojekt in Schleiden angesiedelt werden?

Ich freue mich darauf, in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, einen modernen und erfolgreichen Weg der aktiven Wirtschaftsförderung zu entwickeln.

 

 

Nachhaltigkeit 

Die heutige Politik muss auch dadurch geprägt sein, dass wir an unsere nachfolgenden Generationen denken. Gerade im ländlichen Raum sollten wir zum Beispiel Vorreiter im Bereich Umweltbewusstsein sein – vor allem als „Hauptstadt des Nationalpark Eifel“. 

Viele kleine Maßnahmen bedeuten hierbei große Schritte in die richtige Richtung. Kleine Schritte können zum Beispiel sein: 
 

  • Weiterer Ausbau der Produktion und Nutzung von regenerativen Energien, Festigung der Rolle als erfolgreiche Klima-Plus-Kommune

  • Austausch der Fahrzeuge der Verwaltung gegen Elektrofahrzeuge

  • Weiterer Ausbau des Netzes der E-Lademöglichkeiten, sowohl für PKWs als auch für E-Bikes

  • Einhaltung und Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts 

  • Fortführen und Weiterentwicklung der Energiekompetenzschau „Enerkom“

  • Stärkere Partizipation am Dark-Sky Projekt

  • Stärkere Etablierung von E-Government, beispielsweise in Form der E-Akte oder für Antragsstellung, um unnötigen Papiereinsatz zu vermeiden
     

Eine andere innovative Idee wäre beispielsweise die Errichtung eines „energieautarken Dorfes“ in Form einer Neubausiedlung. Je nach Konzeption könnten dafür auch sicherlich Fördergelder generiert werden.